2026-08-13
Schau mal …
In unserem Garten steht eine Thuja.
Nach einer starken Belastung war sie plötzlich ganz nach unten gedrückt.
Die Zweige hingen.
Sie sah aus, als würde sie sich vielleicht nicht mehr aufrichten.
Ich betrachtete sie immer wieder.
Und wartete.
Am nächsten Tag war sie noch nicht wieder die Alte.
Auch nicht sofort am Tag danach.
Aber irgendwann bemerkte ich etwas.
Einige Zweige hatten begonnen, sich wieder aufzurichten.
Ganz langsam.
Fast unbemerkt.
Tag für Tag ein kleines bisschen mehr.
🌿
Ich musste daran denken, wie wir Menschen manchmal mit uns umgehen.
Wenn etwas Schweres hinter uns liegt, wünschen wir uns, möglichst schnell wieder zu funktionieren.
Jetzt müsste es doch langsam wieder gehen.
Andere schaffen das doch auch.
Warum bin ich immer noch so erschöpft?
Wann bin ich endlich wieder die Alte?
Vielleicht stellen wir manchmal eine Frage an uns, die die Thuja niemals stellen würde.
„Warum bin ich noch nicht wieder aufgerichtet?“
Sie nimmt sich die Zeit, die sie braucht.
Sie muss niemandem beweisen, dass sie stark ist.
Sie richtet sich nicht auf Kommando auf.
Und vielleicht dürfen auch wir uns nach belastenden Zeiten diese Zeit zugestehen.
🤍
Manches in uns braucht Ruhe.
Manches braucht Sicherheit.
Manches braucht Unterstützung.
Und manches braucht einfach länger, als wir es uns wünschen.
Das bedeutet nicht, dass nichts geschieht.
Vielleicht passiert sogar sehr viel.
Nur so leise, dass wir es noch nicht sehen können.
🌱
Und vielleicht geht es auch gar nicht darum, wieder genau die Person zu werden, die wir vorher waren.
Vielleicht dürfen wir uns auf unsere eigene Weise neu aufrichten.
In unserem Tempo.
Zweig für Zweig.
Schau mal …
Vielleicht musst du heute noch gar nicht wieder aufrecht stehen.
Vielleicht genügt es, dir die Zeit zu erlauben, die du brauchst.
🤍
Schlagwörter: Erschöpfung · eigenes Tempo · Selbstmitgefühl · innere Stärke · Veränderung · Geduld · Thuja.
Admin - 14:18:14 @ 🌿 Pflanzen erzählen
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